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(Frei-)Räume radikal durch vereinten (Netz-)Aktivismus verteidigen

Short thesis

In der aktivistischen Arbeit von Reclaim Club Culture seit Mai 2018 hat sich gezeigt, dass die Kämpfe nach Freiräumen in der Stadt notwendigerweise mit der Formierung neuer antifaschistischer Allianzen gegen den Rechtsruck der Gesellschaft verbunden werden müssen, da sich im vorpolitischen Raum die Zukunft der (Digital-)Gesellschaft entscheiden wird.

Description

Seit Mai 2018 organisiert und mobilisiert Reclaim Club Culture (RCC) in Berlin Proteste gegen die AFDsierung der Gesellschaft und für eine partizipative Stadtentwicklung. Um diese Ziele zu erreichen, wurden nicht nur digitale und analoge Kommunikationskanäle und Netzwerke geschaffen, sondern vor allem eine konsequent antifaschistische Haltung in der Clubkultur sichtbar gemacht und klare feministische und antikapitalistische Positionen umgesetzt. Die Kommunal- und Stadtpolitik, vor allem in Ballungsräumen wie Berlin, wird vom protestwilligen Teil der Bevölkerung immer öfter und mit immer drängenderen Fragen nach aktivem Widerstand gegen Gentrifizierung und den Ausverkauf der Stadt konfrontiert. Gleichzeitig gibt es zudem die Notwendigkeit, sich der Einflussnahme von rechtsextremen Parteien und Gruppieren in der Stadt- und Kulturpolitik zu widersetzen. Beide Phänomene betreffen zentrale Fragen des Zusammenlebens und können nicht getrennt voneinander gedacht werden. Die zentrale Konfliktlinie in der Interpretation einer demokratischen Grundordnung, als entweder basis-demokratisch oder parlamentarisch-repräsentativ, durchzieht mittlerweile die gesamte Gesellschaft. Eine auf Verwertung aller Freiflächen orientierte Verwaltungsdemokratie trifft dabei auf immer härter werdenderen Widerstand derjenigen, die für eine selbst-verwaltete Stadt eintreten und sich der Vereinnahmung der Subkultur im kommerzorientierten Stadtmarketing entziehen. Deren Existenzbedingungen sich oft im Spektrum von prekär bis existenziell bedroht bewegen. Das bedeutet weiter: Der Kampf um die Räume der Stadt ist ebenso zu führen wie der Kampf gegen die Identitäre Bewegung und ihr Branding im Kulturkampf der Neuen Rechten im vorpolitischen Raum. Das zeigt sich deutlich am Beispiel der aktuellen Entwicklung an der Rummelsburger Buchtwie auch bei parlamentarischen Anfragen der AfD zu alternativen Jugendzentren und darstellenden Künsten der freien Szene.