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Wie Populisten uns auf Social Media vor sich hertreiben - und was wir dagegen tun können

Short thesis

Es ist immer das gleiche Muster: Trolle lenken mit konzentrierten Aktionen die mediale Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen, sei es Kriminalität von Geflüchteten oder Toastbrot essende Umweltaktivist*innen. Populisten und Meinungsmacher springen auf - und das Thema ist gesetzt. Die Beispiele sind zahlreich und beinahe täglich kommen neue hinzu. Wie erkennt man solche Aktionen und wie können Medien und Öffentlichkeit verhindern, sich instrumentalisieren zu lassen?

Description

Immer wieder schaffen es (rechten) Trollgruppen, Populisten und Meinungsmachern, Themen zu setzen und den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen. Besonders gut gelungen ist ihnen das zum Jahreswechsel 2018/2019, als Angriffe von betrunkenen jugendlichen Asylbewerbern auf Unbeteiligte die Berichterstattung nahezu aller überregionalen Medien bestimmten - und es als Hauptnachricht in die Abendnachrichten schafften. Ende Januar 2018 wurde die minderjährige Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg mit einem Shitstorm überzogen. Auslöser war ein Instagram-Post, auf dem das Mädchen während einer tagelangen Zugreise in Plastik verpacktes Essen isst. 

Solche konzentrierten Aktionen gibt es mittlerweile beinahe im Wochentakt. Und der Aufbau der organisierten Empörungswellen ist so einfach wie wirkmächtig. Desinformation in den sozialen Medien droht das bestimmende Thema im Wahljahr 2019 zu werden - und wo das hinführen kann, kann man in den USA und in Brasilien bereits besichtigen. Diese Session soll erklären, wie Trolle, Populisten und Meinungsmacher vorgehen, wie sie versuchen, Agendasetting zu betreiben und versuchen zu ergründen, warum ihnen das so oft gelingt. Wie können Medienhäuser und Öffentlichkeit verhindern, sich instrumentalisieren zu lassen? Welche Muster lassen sich feststellen? Was sollten Journalist*innen bei ihrer täglichen Arbeit beachten?