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Workshop
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Post vom Anwalt: Was nun? Umgang mit juristischem Druck für Blogger*innen

Short thesis

Anwälte schicken Drohschreiben an Journalist*innen, Unternehmen überziehen Medien mit Millionenklagen. Schränkt juristischer Druck die Pressefreiheit ein? Der Journalist Daniel Moßbrucker und der Medienrechtler Tobias Gostomzyk haben das Thema untersucht. In ihrem Workshop stellen sie Best Practices aus Interviews mit über 50 Medien vor und erarbeiten mit den Teilnehmern Lösungsstrategien für konkreten Herausforderungen.

Description

Was einmal im Netz auftaucht, kommt dort nur sehr schwierig wieder heraus. Betroffene von Berichterstattung möchten sich das immer seltener gefallen lassen und beauftragen ihre Anwälte, unliebsame Berichte gleich im Vorfeld zu verhindern. Wie? Durch juristischen Druck mit Androhungen von Klagen oder durch subtilere teils taktische, teils kommunikative Beeinflussungen, indem sich Anwälte als „Freunde der Journalisten“ inszenieren und bewusst ihren Spin einbringen möchten.

Welche Strategien setzen Anwälte heute ein? Wie sollten Journalisten und Blogger damit umgehen? Wo können Sie sich Hilfe holen? Was sind Anzeichen, wenn sie tatsächlich lieber die Finger von einer Story lassen sollten? Wo kann man sich Hilfe holen?

Der Medienrechtler Tobias Gostomzyk und der Journalist Daniel Moßbrucker haben diese Fragen in einer Studie im Auftrag der Gesellschaft für Freiheitsrechte und der Förderung durch die Otto Brenner Stiftung untersucht. Sie werteten Urteile aus, sprachen mit über 40 Journalisten, führten Interviews mit den 20 führenden Anwälten in Deutschland und erhoben Daten bei Justitiaren. Im Rahmen dieses Workshops stellen sie Best Practices vor, wie Medien heute mit juristischem Druck umgehen und stellen Strategien vor, wie auch freie Journalisten und Blogger schnell erkennen können, ob es sich um leere Drohungen handelt – oder tatsächlich Vorsicht geboten ist. Anhand von konkreten Fragestellungen aus der Praxis entwickeln die Teilnehmer Lösungsstrategien, die sie im Ernstfall anwenden können.