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Vom Tod in der Netzfamilie: Erinnern möglich machen

Short thesis

Das Internet und soziale Medien sind momentan kein guter Platz für leise Themen: Der Kampf um Aufmerksamkeit macht das Rauschen zu laut und Kontexte unkenntlich. Aber das ist nicht primär ein digitales Problem, auch eine riesige Veranstaltung wie die re:publica hat dieselben Schwierigkeiten. Wie hacken wir in diese Systeme den Platz fürs runterkommen, wie organisieren wir einen Raum für die Zeit, die wir brauchen, um zusammen zu finden, zu trauern und die Sprachlosigkeit zu überwinden?

Description

Im letzten Jahr haben wir unter dem Titel "Tod in der Netzfamilie" über die Schwierigkeiten gesprochen, den Tod und die damit verbundene Erinnerung und Trauer in unsere von der Schnellebigkeit von Informationen, dem Kampf um Aufmerksamkeit und den starken Vorwärtsdrang geprägten Netzkultur zu integrieren.

Wir wollten herausfinden, ob ein Bedarf für einen Raum besteht, der anders funktioniert: In dem wir uns Geschichten über die Menschen erzählen können, die wir verloren haben und mit dem wir eine Erinnerungskultur finden, die zu einem Teil der re:publica werden kann und diese bereichert. Die Antwort war überdeutlich, denn dabei entstand für die Stunde des Talks genau dieser Raum und die Gewissheit: Das ist nicht nur wünschenswert, das ist überfällig.

Daher wollen wir hier weitermachen: Wir sprechen darüber, worum es bei Trauer geht, wie Erinnern "organisiert" werden kann, wie wir die Mechaniken der Sozialen Medien "hacken" können und wir stellen unsere Vorschläge zur Diskussion, wie unser großes Netzfamilien-Treffen, die re:publica, einen Platz und eine zu uns passende Form für ein Gedenken an ihre - und unsere - Toten realisieren kann.