Stage 3
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German
Discussion
Everyone
Plattformen, die allen gehören

Short thesis

Noch ist die durch Plattformen vermittelte Arbeit kein Massenphänomen, aber die „Auf-Knopfdruck-Dienstleistungswirtschaft“ (Trebor Scholz) gewinnt zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig arbeiten viele Clickworker/innen und Fahrer/innen von Taxi- oder Essenslieferdiensten ohne Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Arbeitszeitregeln. Wir wollen diskutieren, welches Ökosystem es braucht, damit auch auf Plattformen gerechtere und demokratischere Arbeitsbeziehungen geschaffen werden können.

Description

Amazon, Google, Facebook und Co generieren mit den von den Nutzer/innen unentgeltlich bereitgestellten Daten enorme Profite, geben aber nur einen Bruchteil ihrer Gewinne an die Gesellschaft zurück. Geschäftsmodelle wie Airbnb verdienen an der "Kultur des Teilens" und führen die ursprüngliche Idee der Sharing Economy ad absurdum. Bemühungen, diese Daten-Monopole, die unsere digitale Infrastruktur dominieren, auf europäischer Ebene kartellrechtlich oder in puncto Datenschutz zu regulieren, gibt es bereits.

Aber auch arbeitsrechtlich entstehen durch die Plattformökonomie neue Herausforderungen: Mechanical Turk, Uber, Helpling, Deliveroo und Foodora treten als reine „Vermittler“ von digitalen („Clickworker“) oder analogen (Taxi- und Essenslieferdienste) Dienstleistungen auf und lehnen jede Verantwortung für die nach Aussage der Plattformen „selbständigen Auftragnehmer/innen“ ab. Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Arbeitszeitregeln werden so umgangen, an vielen Stellen entsteht schon heute ein „digitales Prekariat“. Versuche von Fahrradkurier/innen eine Interessenvertretung zu gründen, wurden boykottiert. Gleichzeitig ermöglichen die permanent gesammelten Daten ein umfassendes Kontrollregime, das von den Plattformen zur Leistungssteuerung und -kontrolle eingesetzt werden kann. Das Potenzial für Machtverschiebungen ist auch hier offensichtlich.

Wie können wir also neue Geschäftsmodelle und neue Arbeitsformen so gestalten, dass sie zum sozialen Fortschritt beitragen? Alternative Modelle wie digitale Genossenschaften, die mit Blick auf Partizipation, Datensicherheit, fairere Arbeitsbedingungen und gesellschaftlichem Nutzen andere Wege beschreiten wollen, haben es aufgrund des sog. Netzwerkeffekts bisher sehr schwer auf den Markt zu kommen und sich gegen die großen Player durchzusetzen. Wir möchten diskutieren, wie ein Ökosystem aussehen muss, in dem sich gemeinwohlorientierte Ansätze wie genossenschaftlich organisierte Plattformen entwickeln können.

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