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@N – re:publica am Gleisdreieck: neue Bedeutung für einen historischen Ort – ein Spaziergang

Short thesis

Die re:publica findet statt an einem Ort, der durch die Hardware aus der Zeit der Industrialisierung geprägt wird. Brachgefallene Räume beflügeln die Phantasie mehr als perfekt gestaltete. Bei einem 2stündigen Spaziergang biete ich Einblick in die Geschichte des Ortes von den Anfängen bis in die Gegenwart und Zukunft. Maximale Teilnehmerzahl:15

Description

Die re:publica findet statt in der Station, zuerst Dresdner Bahnhof, später Postbahnhof genannt. Der Ort liegt im Zentrum des ehemals größten Bahngeländes Berlins, einst die Nabelschnur der expandierenden gründerzeitlichen Stadt. In den 20er Jahren von Josef Roth als eiserne Landschaft beschrieben, lag das Gleisdreieck nach 1945 plötzlich im politischen Vakuum zwischen Ost und West. Die Bahnanlagen wurden vom wildem Grün überwuchert. Illegale Spaziergänger entdeckten die „vierte Art der Natur“. Verkehrsplaner und Bürgerinitiativen beplanten das Gelände jeweils auf ihre Art. Grüntangente statt Westtangente. Zugriff hatte keiner – bis zum Mauerfall.

Nun lag das Gleisdreieck plötzlich im Zentrum und diente als Baulogistikstandort für den neuen Potsdamer Platz sowie die Tunnel unter dem Tiergarten. Nach der Fertigstellung des Potsdamer Platzes lag das Geländer nochmal 7 Jahre brach, bis sich Vivico (ehemals Eisenbahnimmobilienmanagement GmbH) und Land Berlin auf einen städtebaulichen Vertrag einigen konnten. Mit dem Vertrag wurde das Gelände in Park- und in Bauflächen aufgeteilt.

2006 beginnt die Realisierung des Parks, ein anstrengendes Teamwork von Senats- und Bezirksverwaltung, den Gewinnern des landschaftsplanerischen Wettbewerbs Atelier Loidl und den Initiativen, die sich jahrzehntelang für den Park eingesetzt hatten. 2011 wird der Ostpark, 2013 der Westpark eröffnet.

Der Park ist ein Erfolg, der alle Beteiligten überrascht. Entstanden ist ein öffentlicher Raum, der von den unterschiedlichsten Gruppen angenommen wird, der ohne Kommerz funktioniert.

Doch der im städtebaulichen Vertrag verabredete Preis für den Park ist hoch. Ab 2012 werden die im Vertrag festgelegten Bauflächen in Angriff genommen: Flottwellpromenade, Yorckdreieck, Möckernkiez, Schwechtenpark und schließlich die "Urbane Mitte am Gleisdreieck“. Klangvolle Namen, die mehr versprechen als sie einlösen können. Wie geht es weiter, welche Entwicklungen sind möglich?

location: N