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Wie Städte die Mobilität der Zukunft gestalten

Short thesis

Das nächste Startup, die nächste App oder Flugtaxis: Stets sollen Privatwirtschaft oder Erfindungen der Zukunft die Verkehrswende einläuten. Einige Städte und die Civic-Tech-Community glauben jedoch, dass die Werkzeuge dafür längst da wären – und dass Mobilität als Daseinsvorsorge in die öffentliche Hand gehört. Ein Werkstattbericht.

Description

Städte voller Autos, Stau, Feinstaub – Startups und Konzerne versprechen, dass sie das irgendwie in den Griff bekommen. Wenn man nur Luftfilteranlagen aufbaut, oder eine neue Mobilitäts-App benutzt, oder wenn endlich mal das automatisierte Fahren mit elektrischen Robotaxis kommt.

Eine Reihe deutscher Städte hat die Nase voll von diesen Phrasen. Sie und die Civic-Tech-Community glauben nicht daran, dass nur genügend Startup-Förderung oder das nächste disruptive Geschäftsmodell die Verkehrswende voranbringen können, indem dort die Rosinen herausgepickt und kommodifiziert werden. Stattdessen sehen sie Mobilität ganzheitlich – und als klassische Aufgabe der Daseinsvorsorge, die zum Wohle der Allgemeinheit nicht dem freien Markt überlassen werden darf.

Denn die Ideen des Marktes kranken alle an zwei Punkten. Entweder müsste „nur“ irgendeine neue Erfindung kommen, die alles lösen werde. Oder aber, eine App kommerzialisiert irgendwie einen Bestandteil des Gesamtverkehrs, externalisiert dabei Kosten und nimmt keine Rücksicht auf das Gesamtsystem. Am Ende steht eine zwei-Klassen-Gesellschaft: Die schillernde neue Mobilität wird an die besserverdienende Kundschaft verkauft. Die Kommunen hingegen betreiben steuerfinanziert einen ÖPNV für den Rest der Bevölkerung – und dazu die Basisinfrastruktur, die die Geschäftsmodelle der Privaten überhaupt erst ermöglicht.

Viele der Bausteine für eine nachhaltige Mobilität für alle sind derweil längst vorhanden. Sie werden nur nicht richtig verknüpft. Und anstelle auf geschlossene Systeme zu setzen, können die öffentliche Hand und die Civic-Tech-Szene gemeinsame Sache machen. Indem sie gemeinsam mit Offenen Daten und Freier Software echte intermodale Lösungen für alle schaffen. Und indem sie den Rahmen entwickeln, damit die vielbeschworenen jungen Talente gemeinwohlorientiert und nahe an der Verwaltung daran arbeiten können.

Wir begeben uns auf eine Reise durch einige Städte, die das gerade versuchen, und zeigen ihre Erfahrungen.