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"Oops" ist keine Ausrede! - Wie wir unabsichtlich diskriminierende Berichterstattung verhindern können

Short thesis

In der journalistischen Alltagshektik gehen manchmal Details, Kontext und Hirnzellen verloren. Gerade in übersehenen Nuancen, zwischen den Zeilen, steckt viel Potenzial für falsche und diskriminierende Berichterstattung. Medienmacher*innen und ihr Publikum erfahren in diesem Talk, welche Fragen mehr Beachtung verdienen - und welche überhaupt keine. Es gibt Worst-Case-Beispiele, Lösungsvorschläge, konstruktive Kritik und eine angemessene Dosis lieb gemeinter WTF-Fragen an deutsche Redaktionen.

Description

Saubere Recherche, Präzision, Richtigkeit: das waren mal die Tugenden des Journalismus. Sind diese guten alten Zeiten vorbei? Nicht selten führt der stressige Journalismusalltag dazu, dass Journalist*innen und Redakteur*innen keine Zeit für Kontextualisierungen, detailliertere Recherche, oder das Überdenken von Framing und gängigen Begriffen haben.

Bei empfindlichen Themen wie Rassismus, Sexismus und anderen Diskriminierungssystemen ist dies besonders gefährlich. So werden aus schwarzen Deutschen plötzlich Afro-Amerikaner, aus Völkermorden bloße „Konflikte“ und sogar ein inexistenter faschistischer Staat wurde in deutschen Medien mal wieder zum Leben erweckt. Solche meist unabsichtlichen Fehler reichen von lustig über peinlich bis hin zu gefährlicher Leugnung von Völkermord. Stress und Deadlines dürfen keine Ausrede sein.

Denn wer bestimmte Inhalte im Kleingedruckten ignoriert, fügt andere zwischen den Zeilen hinzu. Knapp daneben ist auch vorbei.

In diesem Talk können Journalist*innen, Filmemacher*innen und andere Creatives, aber auch Leser*innen und Zuschauer*innen lernen, worauf sie aufpassen sollten, welche Fragen mehr Zeit und Beachtung verdienen - und welche überhaupt keine. Alternativen zu problematischen Begriffen werden vorgeschlagen, Perspektivwechsel geübt und Best Practices für diskriminierungsfreie Medien erklärt. Repräsentative, oft vorkommende Fehler werden vorgestellt und analysiert, um sie anschließend mit konkreten Änderungsvorschlägen zu verbessern.

Als Muslima, Kriegsflüchtling und Journalistin hat Melina Borčak eine lange Liste an Beispielen für diskriminierende Berichterstattung. Sie gibt Lösungvorschläge verständnisvoll und verständlich, mit konstruktiver Kritik und einer angemessenen Dosis lieb gemeinten WTF-Fragen an deutsche Redaktionen.

Moderators