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Wie "Magic: The Gathering" den Transmedia-Code knackte

Short thesis

Hat ein nischiges Sammelkartenspiel wirklich das Geheimnis hinter erfolgreichem transmedialen Storytelling entdeckt, das für Hardcore-Fans und für tl;dr-Konsumentinnen funktioniert? Hinter dieser Frage steckt ein 25-jähriger iterativer Prozess voller Trial and Error und über 17.000 Fantasy-Karten, die uns eine Menge über die Möglichkeiten von Geschichten-Universen erzählen.

Description

Erfolgreiches transmediales Storytelling, das Erzählen einer Geschichte über mehrere Medien und Kanäle hinweg, ist ein heiliger Gral für viele Menschen, die Medien machen. Wie schaffe ich es, Leserinnen und Zuschauern an beliebigen Punkten in die Geschichte einsteigen zu lassen und ein gutes Storyerlebnis sowohl für Komplettistinnen als auch für die tl;dr-Crowd zu kreieren? Filmuniversen, Serien und Comics mühen sich redlich, aber wirklich erfolgreiche Transmedia-Strategien sind selten.


2018 habe ich das Trading Card Came Magic: The Gathering wiederentdeckt, das ich als Kind viel gespielt habe, und schon nach kurzer Zeit hatte ich den Eindruck: Die haben den transmedialen Code geknackt. Als ich nachforschte, stellte ich fest, warum: hinter dem jetzigen Stand der Dinge liegen 25 Jahre und über 17.000 Karten voller mäßig erfolgreicher Versuche und jede Menge schlimme Sackgassen. Diese Entwicklung gemeinsam nachzuvollziehen erzählt uns nicht nur viel darüber, wie Geschichtenerzählen im transmedialen Zeitalter funktioniert, sondern auch einiges über die Macht iterativer Prozesse am Beispiel eines erfolgreichen Nischenprodukts. Und der Explorationsprozess ist noch nicht vorbei. 2019 will Magic im Story-Bereich wieder alles auf den Kopf stellen - und es lohnt sich zu fragen, warum.